Schicksal ?
Am 11.01.1999 war es soweit. Unser zweiter
Dokhyi Wurf wollte das Licht der Welt erblicken. Agjinba
wurde zum ersten Mal Mama. Es klappte alles prima, fünf
Babys wurden innerhalb von drei Stunden geboren. Sie
kümmerte sich um das Abbeißen der Nabelschnur, das
Trockenlecken und schob die Welpen selbstsicher an die
Zitzen. Wir waren interessierte Zuschauer, die ein wenig
Hilfestellung gaben. Dann passierte eine Stunde nichts,
unsere Hündin wollte in den Garten, um sich zu lösen,
und wir hofften, es sei geschafft, eine leichte Geburt.
Doch plötzlich kamen erneut Wehen, ein grauer Welpe kam
zur Welt, aber er bewegte sich nicht, er war viel länger
und dünner als die ersten, .... wir dachten, er wäre
tot. Unsere Agjinba war unermüdlich; auspacken,
Nabelschnur abbeißen und lecken, lecken lecken, es
nützte nichts, keine Bewegung des Babys. Jetzt waren wir
gefragt. Das kleine reglose Mäuschen kurz unter den
Kaltwasserhahn, Schleim absaugen, Köpfchen nach unter
geschleudert und abgerubbelt, ... und ein laut
kreischendes kleines Wesen verlangte vehement nach Leben
und Milch.
Mein Mann und ich fühlten uns als stolze Lebensretter.
Zwei weitere Welpen erblickten nach weiteren drei Stunden
das Licht der Welt. Alles war gesund und munter, aber
unsere kleine "Tote" lag uns doch sehr am
Herzen. Dass wir uns keine Sorgen zu machen brauchten,
bestätigte sie uns jedoch vom ersten Tag an, sie war die
Fitteste von allen, nahm das meiste zu und ihr
Lebenshunger war grenzenlos.
So gingen die Wochen ins Land. Vier Rüden und vier
Hündinnen suchten ein neues Zuhause. Ein junges Ehepaar,
welches schon eine Hündin aus unserem ersten Wurf
besaß, entschied sich für unsere kleine dicke
"Untote". Ihren Namen "Bala
Satipatthana", übersetzt: "Die Kraft der Wachsamkeit", hatten wir uns mit den neuen
Eigentümern zusammen ausgesucht, da sie sich zu einem
kleinen Monsterchen entwickelt hatte. Es mag keiner
glauben, aber sie passte schon im Alter von sechs Wochen
auf, bellte, wenn fremde Leute kamen und ließ sich von
unserem alten Rüden nicht mehr unterbuttern.
Bei uns waren sie ab der vierten Lebenswoche an einen
großzügigen Auslauf mit Zugang zu einem Welpenzimmer
gewöhnt, daher schon fast stubenrein.
"Sati" verließ uns im Alter von zehn Wochen.
Ein schönes Haus mit großem eingezäunten Garten, eine
Dokhyi Freundin, zwei Katzen und sehr liebe Menschen,
die sie bei uns ca. zehn Mal besucht und fotografiert
hatten, erwarteten sie.
Nach vierzehn Tagen telefonierten wir zum ersten Mal mit
Satis neuen Besitzern, aber die Begeisterung, die wir von
anderen Welpenkäufern her kannten, hielt sich sehr in
Grenzen. Die kleine Halbstarke hatte sich bereits gegen
die nunmehr eineinhalbjährige Hundefreundin
durchgesetzt, fraß nur das Futter, welches nicht für
sie bestimmt war und verrichtete ihr Geschäft
grundsätzlich im Haus, egal wie lange man mit ihr
draußen war. Ich gab einige Ratschläge und wir
verabredeten einen Besuch bei uns.
Weitere zwei Wochen vergingen, Sati traf mit ihrem
neuen Rudel bei uns ein. Hier hatte sie nichts zu lachen,
wurde sie doch als erstes von ihrer Mutter gemaßregelt
und musste sich für mehrere Minuten unterwerfen. Erst
dann durfte gespielt werden.
Mit weiteren gutgemeinten Tipps eingedeckt, fuhr man
etwas beruhigter wieder nach Hause. Eine Besserung trat
leider nicht ein.
Da es den beiden Besitzern und auch der älteren Hündin
an Dominanz fehlte, konnte das kleine Teufelchen machen,
was es wollte und tanzte allen auf der Nase herum. Wir
empfahlen, mehr Strenge walten zu lassen, außerdem eine
Welpenspielstunde zu besuchen und schon in Maßen
Unterordnung zu üben.
In der Hundeschule machte sie erstaunlich schnell
Fortschritte, allerdings zuhause war nach wie vor nur
Ungehorsam angesagt. Alle paar Tage erhielten wir
telefonisch Nachricht. Sie erledigte ihr Geschäftchen
trotz Lob (draußen) und Strafe (drinnen), zwar nicht
mehr so oft, aber doch noch in der Wohnung. Das Ehepaar
war ratlos und total entnervt, gab aber noch lange nicht
auf. Man hatte alle Teppiche entfernt und nachts wurde
die Hündin neben Frauchens Bett an der Heizung
festgebunden. Dieser Tipp, den ich nicht akzeptierte,
stammte aus der Hundeschule.
Doch siehe da, im Alter von fünf Monaten war Sati
endlich stubenrein, außerdem, durch das ewige Üben, ein
sehr wohlerzogener und aufs Wort gehorchender Hund.
Allen fiel ein Stein vom Herzen.
Sati sollte lernen, mit ihrer Hundefreundin und den
Katzen für kurze Zeit alleine zu bleiben, und wiederum
hatte man die Rechnung ohne den Wirt (Hund) gemacht.
Laut unseren Anweisungen wurden die Hündinnen für zehn
Minuten im Hause eingesperrt und von außen durch ein
Fenster heimlich beobachtet. Die Große legte
sich auf ihren Platz und döste (keine Lust auf
Halbstarke), und die Kleine schrie und
kratzte an der Tür. Nach den unendlich langen zehn
Minuten wurden die Heimkehrer
überschwänglich begrüßt, aber die Tür war
beschädigt. Beim nächsten Mal reduzierte man auf fünf
Minuten, das gleiche Spiel, auch in den darauf folgenden
Tagen. Weinen und Bellen behielt sie bei, das Kratzen
steigerte sich zum Nagen an Allem, was sich Sati bot,
Schränke, Truhe, Fußleisten und die Holztreppe. Wieder
erhielten wir verzweifelte Anrufe, waren nun auch mit
unserem Latein am Ende.
Eines Tages hatten die Eheleute einen wichtigen Termin,
konnten die Hunde nicht mitnehmen und im Auto warten
lassen, da sommerliche Temperaturen von ca. 30°
herrschten. Nach ihrer Rückkehr, etwa drei Stunden
später, sah das schöne Holzhaus von innen aus, als
hätten sich mehrere Biber darin eingenistet.
Verzweifelt wurde ein Hundepsychologe zu Rate gezogen. Er
diagnostizierte Verlassensängste, der Hund sollte für
die nächsten zwei Monate mit Psychopharmaka behandelt
werden, und das Ehepaar erhielt Anweisungen für eine
Verhaltenstherapie.
Die Familie hatte neue Hoffnung. - Es nützte nichts, bei
jedem Versuch die Hündin alleine zu lassen, zerstörte
sie immer mehr Mobiliar.
Im August 99 wollten wir für drei Wochen
verreisen. Einen Tag vor unserem Urlaubsantritt erhielten
wir den niederschmetternden Anruf. Satis Besitzer baten
um die Erlaubnis, sie verkaufen, bzw. abgeben zu dürfen,
beide waren mit ihrer Kraft am Ende, es nützten auch
keine guten Worte mehr. Schweren Herzens stimmten wir zu
und boten an, nach unserem Urlaub mitzuhelfen, die
Hündin gut unterzubringen, was bestimmt nicht einfach
würde.
Es folgten drei Wochen Frankreichurlaub mit unseren vier
Hunden, und es verging kein Tag, an dem ich nicht an Sati
dachte. Sollten wir die Hündin zurücknehmen? Nein! Vier
sind genug, man will ihnen ja schließlich auch gerecht
werden. Sie wird sich mit der Zeit bessern, die Tabletten
helfen sicher erst später. Aber wenn nicht, wem sollte
man diesen schwierigen Hund anvertrauen? Das waren
täglich meine Ängste.
Kurz nach unserer Rückkehr kam der entscheidende Anruf:
Wir können nicht mehr, holt die Hündin ab, wir
wollen keinen Pfennig Geld zurück, nur bitte, bitte holt
sie ab!"
Sati hatte inzwischen mit Hilfe ihrer Hundefreundin
diverse Maulkörbe zerfetzt, die man ihr in der Hoffnung
umlegte, den Rest des Inventars zu schonen.
Am nächsten Tag fuhr ich hin und erblickte ein einziges
Chaos, zerbissene Türen, Treppen, Fußleisten und
Möbel, die neuesten Errungenschaften waren angenagte
Heizungsthermostate und Löcher in der Tapete. Ein
weinendes Frauchen und zwei verspielte, lustige Hunde
begrüßten mich. Ich sah sofort ein, dass ich hier
niemanden mehr umstimmen konnte.
Nach einer Tasse Tee und einem beruhigendem Gespräch
verließ Sati mit mir für immer dieses Haus. Selbst die
teure Leine mit Halsband, die Flexi, ihre Hundedecke und
die Tabletten für die demnächst anfallende Wurmkur
sollte ich mitnehmen.
Auf dem Heimweg saß Sati wie versteinert hinten in
unserem Bus und starrte die Wand an, selbst tröstende
Worte entlockten ihr keine Bewegung. Mir war zum Heulen.
Bei uns angekommen, wurde Sati stürmisch von unseren
Hunden begrüßt, nur bei ihrer Mama musste sie wieder
stramm eine Minute auf dem Rücken liegen und sich
unterwerfen. Das war die erste Lektion.
Nach einem hektischen Spiel begab man sich zur Ruhe, was
Sati nicht passte. Sie begann lauthals zu winseln,
beruhigte sich aber nach einiger Zeit und schlief ein.
Abends beim Füttern wurde ihr die zweite Lektion
erteilt. Alle fremden Fressnäpfe waren tabu, ihren
eigenen leckte sie fein säuberlich aus. Langsam merkte
sie, dass sie hier nicht der Chef war. Nach einem
gemeinsamen Spaziergang durfte Sati sich zum Schlafen
legen, wo sie mochte, sie erwählte den Platz neben
meinem Bett.
Sehr früh am nächsten Morgen wurde ich durch zartes
Lecken im Gesicht geweckt, ich schreckte hoch, da ich so
etwas von meinen Hunden nicht gewöhnt war. Sati wollte
hinausgelassen werden. Nach zehn Minuten war sie wieder
da und legte sich erneut Schlafen.
Unser ganz normales Alltagsleben ging weiter, nur hatten
wir jetzt fünf Hunde. Einmal täglich wurde mit allen
ausgiebig spazieren gegangen, Sati bekam ein zweites Mal
Extraausgehen, um zu üben. Morgens gab es
Quark und eine getrocknete Rindernase, jeder fraß seine
Ration, auch Sati, abends Trockenfutter für alle
gemeinsam auf der Diele, und es gab keine Streitigkeiten.
Nun waren wir gefragt, neue Eigentümer für Sati
zu suchen. Interessenten, die sich bei uns gemeldet
hatten, wurden angeschrieben. Wir waren ehrlich und sind
ihrer Vorgeschichte nicht ausgewichen. Wie erwartet, kam
nicht eine einzige Ab-, geschweige denn, Zusage. Gerade
diese Gleichgültigkeit liebe ich immer
wieder besonders. Keiner dieser Leute braucht sich je
wieder nach einem Welpen bei uns zu erkundigen.
Wir riefen Freunde und Bekannte an, keiner konnte auf
Anhieb helfen. Sollten wir Anzeigen aufgeben? Zwei Monate
später, wenn diese erschienen, hätte Sati sich gerade
bei uns eingelebt. Was würde passieren, wenn der Hund
sich bei den neuen Eigentümern genauso aufführte wie in
seinem ersten Zuhause? Wir müssten ihn dann wieder
zurücknehmen, und dann wieder das gleiche Drama!? Oder
irgendwann wäre er ganz verstört und landete im
Tierheim!? Nein, wir wollten alles auf uns
zukommen lassen, vielleicht regelte es sich dann
leichter.
Sati verhielt sich mustergültig, ganz lieb, ganz normal
im Rudel integriert, durch ihre gute Erziehung war sie
die Gehorsamste von allen meinen Hunden. Hinzu kam ihre
Anhänglichkeit und Verschmustheit, und ich hatte mich
bereits in sie verliebt.
Es war einige Zeit vergangen. Ein neuer Welpeninteressent
meldete sich bei uns, wir berichteten ihm über die knapp
acht Monate alte Hündin, und dass wir sie evtl. abgeben
würden. Er kam drei Tage später und ließ seiner
Begeisterung über Sati freien Lauf. Er wollte den Hund
sofort mitnehmen und den vollen Welpenpreis bezahlen. Als
wir ihn nochmals auf die Schwierigkeiten hinwiesen,
blockte er ab, dass würde er schon hinkriegen.
Plötzlich, ich weiß bis heute nicht warum, sagten mein
Mann und ich wie aus einem Munde: Nein". Da
wir dieses Jahr auch keinen Wurf großziehen wollten,
verließ er uns etwas beleidigt, aber trotzdem
freundlich. Er wollte sich bei anderen Züchtern
umschauen.
Satis Schicksal war besiegelt, sie wollte und sollte bei
uns bleiben. Gut, haben wir eben fünf Hunde. Mir fiel
ein Stein vom Herzen, mein Mann war einverstanden. Abends
saßen wir zusammen auf der Terrasse und feierten ihren
endgültigen Einzug in unser Rudel.
An ein Problem hatten wir allerdings nicht gedacht, an
unseren Rüden, mittlerweile achteinhalb Jahre alt, und
nun mit vier Hündinnen, die demnächst läufig werden
sollten. Das hieße, Trennen und Aussperren, dieses
eventuell über viele Wochen. Der Stress mit drei
Hündinnen war im letzten Jahr schon zu viel, was tun wir
ihm an?
Zwischen uns entfachten endlose Diskussionen. Sollten wir
ihn kastrieren lassen? Zur Zucht darf er eh nicht
eingesetzt werden. Guter Rat wurde von Freunden und
unserem Tierarzt eingeholt. Alle sagten, ja, tut es. Der
kleine Eingriff sei wesentlich harmloser als die
ständige Aufregung während der Läufigkeit der
Hündinnen, dies würde im Alter auch sein Herz belasten.
So ließen wir uns überreden und unseren Rüden
kastrieren.
Er überstand die Narkose (wovor ich am meisten Angst
hatte) und die OP problemlos. Schon am nächsten Tag ging
es ihm wieder bestens, die kleine Narbe heilte schnell.
Endlich war alles geregelt, wir waren ein perfektes
glückliches Hunde-Menschen-Rudel, zumal Sati in
Gesellschaft ihrer vier Hundefreunde schon für kurze
Zeit alleine bleiben konnte, ohne etwas zu zerstören.
Am 11.10.99, morgens 10.00 Uhr spielten unsere fünf
Hunde ausgelassen im Garten. Es war ein wunderschöner
Herbsttag, blauer Himmel, klare Luft und schon recht
kalt. Wir hatten uns vorgenommen, einen langen
Spaziergang am nahegelegenen See zu unternehmen, da dies
der erste Urlaubstag meines Mannes war.
Unser Rüde kratzte an der Terrassentür und wollte
hinein. Alle anderen kamen mit, und ich war genervt über
den gerade frisch gesaugten, nun wieder verschmutzten
Teppich. Egal, wir wollten los. Plötzlich bemerkten wir,
unserem Rüden ging es nicht gut. Er legte sich auf die
Fliesen unserer Diele und übergab sich, es war ein
riesiger Schwall Flüssigkeit und er wollte nicht mehr
aufstehen.
Wir nahmen an, er hätte zu viel Wasser aus dem Teich
gesoffen, und dann getobt, evtl. eine daraus
resultierende Magenblähung. Bei einer Magendrehung
hätte er sich nicht übergeben können. Innerhalb
kürzester Zeit ging es ihm immer schlechter und er wurde
hinfällig, die Schleimhäute im Maul waren blutleer.
Sofort verfrachteten wir ihn in unser Auto, und mein Mann
raste in die zehn Minuten Autofahrt entfernt liegende
Tierklinik. Ich betete und hoffte, dass es nichts
Schlimmes sei.
Der Anruf meines Mannes verhieß nichts Gutes. Das
Unvorstellbarste für mich war eingetreten. Unser dicker
Bär verstarb während der Notoperation an einer inneren
Blutung, verursacht durch einen Milztumor. Es ging alles
so schnell, ich saß da und konnte keinen klaren Gedanken
fassen. Ich begriff nichts, fühlte nichts mehr, nicht
einmal eine Träne konnte ich vergießen, der Schock saß
mir so tief in den Gliedern, dass ich anfing zu zittern.
Mein Mann kam aus der Klinik und brachte unseren toten
Rüden mit, er begrub ihn unter dem Essigbaum auf unserem
Grundstück. Ich war nicht dabei, konnte mich nicht
bewegen, nicht denken, nichts begreifen. Ein, wie wir
annahmen, kerngesunder Hund ging innerhalb von einer
Stunde für immer von uns, viel zu jung, noch nicht ganz
neun Jahre alt. Warum?
Wir versuchten uns gegenseitig zu trösten, mein Mann
erklärte mir, dass die Ärzte ihm versicherten, der Tod
hätte nichts mit der Kastration zu tun, unser
Haustierarzt und wir hätten uns nichts zu Schulden
kommen lassen. Derart bösartige Tumoren würden sehr
schnell wachsen, wären oft schmerzlos, sodass sie
unbemerkt blieben. Wütend und enttäuscht fragte ich
mich, warum es in den gut ausgerüsteten Tierkliniken
keine Blutkonserven gibt, warum werden die Tiere nicht
künstlich beatmet, warum gibt es keine Intensivstation
für solche Fälle? Warum wird nicht der gleiche Aufwand
betrieben wie für uns Menschen? In meinem Leben gibt es
nichts Wichtigeres als die Gesundheit und das Wohlergehen
meiner Hunde, und nun hatte ich einen verloren, kaum dass
ein Neuer hinzugekommen.
Zwei Tage und zwei
schlaflose Nächte später war ich endlich in der Lage,
über den Tod meines Rüden nachzudenken, und ich konnte
an sein Grab gehen und dort auch meinen Tränen freien
Lauf lassen. Ich ging einigen buddhistischen Gedanken
nach, pflanzte dort, wo mein Mann ihn mit dem Kopf nach
Osten begraben hatte, eine Himalaya - Azalee und
neunundvierzig Krokusse (einen für jeden Tag des Bardo)
und betete für eine gute Wiedergeburt.
Heute, da ich dies niederschreibe, sehe ich alles wieder
etwas realistischer, aber damals, als ich so traurig war,
tröstete mich diese Zeremonie.
Ich frage mich, ist alles von Anfang an vorbestimmtes Schicksal?
Wenn
ein Junger kommt, muss ein Alter weichen.
Bei uns
bewahrheitete sich dieses alte Sprichwort.
Jetzt blühen die Krokusse auf Haruns Grab.
Wir werden ihn niemals vergessen.
©Doris Demski
Im Frühjahr 2000
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