Sie ist am 04.11.1995 geboren und sie war acht Wochen alt, als wir sie bei der Züchterin abholten. Die ersten Tage war sie sehr zurückhaltend, was sich allerdings sehr schnell legte. In ihrer Phase des Erwachsenwerdens, was immerhin fast fünf Jahre dauerte, stellte sie uns immer wieder auf eine harte Probe. Wenn es ihr langweilig war, zerlegte sie eben mal den Hundekorb unseres Mischlingsrüden oder sie widmete sich dem Schuhschrank. Die Spielsachen von unserem Sohn Marc, waren vor ihr auch nicht sicher.
Ich habe in diesen fünf Jahren gelernt, geduldig, ausdauernd und konsequent mit ihr zu sein. Allerdings musste ich auch lernen, dass ein Dokhyi genügend Freiraum braucht, insbesondere auf Spaziergängen.
Da ich nun von unserem Mischlingsrüden Benny gewöhnt bin, dass wir unsere Spaziergänge ohne Leine genießen können, war natürlich mein Ziel, dies auch mit Mandy auch zu erreichen. Mein Vorhaben stellte sich äußerst schwierig dar. Am Anfang lief Mandy sowieso frei mit unserem Benny mit. Sie kam auch zu mir, wenn ich sie rief. Als Mandy älter wurde, flitzte sie ständig mit anderen Hunden, die wir unterwegs fast täglich trafen über die Felder. Ich konnte rufen und brüllen oder sie mit Leckerchen locken, es ließ Mandy kalt. Sie hatte überhaupt keine Lust ihr Spiel zu unterbrechen und zu mir zu kommen. Es half also nichts. Ich musste quer über die Felder laufen (auch bei Matsch und Regen!) um Mandy zu holen. Die anderen Hundehalter fanden das natürlich sehr lustig und amüsierten sich immer köstlich, wenn ich meinen Dokhyi hinterher rannte. Ich fing sie also ein und nahm sie unter lautem Schimpfen an die Leine. Dann musste sie erst einmal bei Fuß gehen. Das hat Mandy als harte Strafe empfunden, denn wie jeder weiß, sind Dokhyi sehr freiheitsliebend. Nach dem bei Fuß gehen, durfte sie sich wieder ohne Leine bewegen. Wir hatten uns dann schon so weit von den anderen entfernt, dass sie nicht wieder zurück lief. Dieses ganze Drama haben wir fast täglich durchlebt, bis Mandy ca. zweieinhalb Jahre war. Ich habe so manche Krisen durchlebt, in denen ich dachte, das klappt nie mit diesem Hund, da bekomme ich eher graue Haare vor Verzweiflung. Doch siehe da, plötzlich funktionierte es. Es hat sich also gelohnt jeden Tag liebevoll, geduldig, aber auch konsequent mit Mandy umzugehen.
Wir gehen immer ohne Leine spazieren und es macht meiner Mandy, als auch mir riesigen Spaß. Trotzdem versucht sie natürlich oft ihren Kopf durchzusetzen, denn sie ist ja schließlich eine sehr stolze und selbstbewusste Dokhyi Dame.
Wenn wir heute unterwegs Spaziergänger treffen, rufe ich Mandy zu mir – manchmal muss ich auch drei Mal rufen - und sie geht dann bei Fuß. Sind dann alle an uns vorbei gegangen, flitzt sie wieder los. Natürlich entfernt sie sich auch ab und an etwas weiter aber ich brauche nur zu pfeifen oder zu rufen und kurze Zeit später ist sie wieder da.
Einen Dokhyi zu erziehen ist nicht ganz leicht, aber wenn man sich ganz auf den Hund einlässt, sehr liebevoll, geduldig und vor allem immer konsequent – und das jeden Tag aufs neue- ist, bekommt man den wundervollsten Hund, den es überhaupt gibt. Unsere Mandy hat mich im Umgang mit Hunden sehr verändert. Sie hat mich gelehrt, dass es Hunde gibt, die sehr eigenständig und sehr selbstbewusst handeln. Dokhyi sind sehr stolze Hunde. Mandy gibt mir z.B. oft das Gefühl, wenn ich sie rufe kommt sie weil sie das will und nicht weil sie mir nun gehorchen muss. Sie kommt halt mir zu liebe. Es ist sehr schwer zu beschreiben, wie der Alltag mit einem Dokhyi aussieht. Man muss ihn erleben und dann wird man nie wieder einen anderen Hund haben wollen.
Unsere Mandy ist einfach genial. Wir sind sehr froh, das wir sie haben und wir sind sicher, dass wir noch viel mit ihr erleben werden.
© 2001 Andrea Mennecke
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