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Canine Glandula
Thyroidea
Die Schilddrüse des
Hundes,
ist eine endokrine (in den
Blutkreislauf absondernde) Drüse. Sie besteht aus zwei Organen,
die links und rechts neben der Luftröhre (Trachea) unterhalb des
Kehlkopfes (Larynx) liegen
und nicht tastbar sind. Eine Besonderheit beim Hund ist das Vorkommen
von akzessorischem (zusätzlichem)
Schilddrüsengewebe vor allem entlang der Luftröhre und im Gebiet
der Herzbasis, das neoplastisch (krebsartig) entarten kann. Anders als
beim Menschen hat die Schilddrüse
des Hundes keinen verbindenden Steg, den sogenannten Isthmus.
Die Schilddrüsen sind ein
lebenswichtiges, hormonbildendes Stoffwechsel– Regulationsorgan
und von signifikanter Bedeutung für den Körper. Sie bilden, speichern
und sezernieren (scheiden aus) die
Hormone Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4). Wie aus
der Bezeichnung der Hormone bereits hervorgeht, ist Jod ein wesentlicher
Bestandteil.
Jod muss mit der Nahrung aufgenommen
werden und gelangt als Jodid aus dem Magen–Darm–Trakt ins Blut. Es wird aus der
Blutbahn in die Schilddrüsen aufgenommen und
in die Schilddrüsenhormone eingebaut. Um ihrer Aufgabe gerecht zu
werden, benötigt die Thyroidea
täglich 40µg bis 80µg Jod/kg KM, wobei der junge, heranwachsende Hund
zirka 80µg und der
erwachsene Hund zirka 40µg Jod benötigt. Bei Jodmangel, aber auch bei Jodüberschuss
kann es zu einer Aktivierung sogenannter lokaler Wachstumsfaktoren und damit
zu einer Anpassungsreaktion der Schilddrüsen in Form einer
Vergrößerung kommen. Diese kann
sowohl ein– oder beidseitig sein und sie ist leicht sicht– und
tastbar. Sie kann gut oder
bösartig sein oder aus Zysten bestehen. Die vergrößerte Schilddrüse
wird als Struma (Kropf)
bezeichnet, was jedoch beim Hund selten vorkommt.
1. Die Schilddrüsenhormone
T4
und T3 haben einen umfassenden Einfluss auf den Eiweiß–, Kohlenhydrat–
und Fettstoffwechsel, sowie den Grundumsatz, die Wärmeproduktion und
die Aktivitäten des vegetativen
Nervensystems. Darüber hinaus werden die Schilddrüsenhormone für die körperliche
Entwicklung und das psychische Wohlbefinden gebraucht.
Das Hormon T4 (Tetrajodthyronin), auch als Thyroxin bezeichnet, ist die Hauptjodverbindung
(über 90 Prozent) im Blutkreislauf. Dieses Aminosäure–Hormon übt seine
biologische Aktivität meist über die Monodejodierung zum T3 (Trijodthyronin)
aus. Das bedeutet, dass T4 ein
Jodatom abgibt und zum T3 wird.
Die Funktion von T3 im Körper des Hundes ist noch unklar. Beim Menschen
ist T3 das wichtigste biologisch
aktive Schilddrüsenhormon, dem eine bedeutende Rolle im basalen
Stoffwechsel obliegt, denn T3 wirkt über Rezeptoren im Zellkern, und
dort an bestimmten Stellen der DNA
(Erbgut) auf die Eiweißsynthese und aktiviert und beschleunigt die
Bildung von Enzymen und Proteinen.
Wie T4 zirkuliert T3 im Blut gebunden
an sogenannte Transporteiweiße. Diese drei Bindungsproteine
sind TBP (Thyroidea Bindendes Protein), TBPA (Thyroidea
Bindendes Prealbumin) und
Albumin. Nur ein sehr geringer Anteil (0,3 Prozent), der nicht Protein gebunden
ist, liegt als freies, also ungebundenes Hormon vor. Man spricht dann
vom freien T4 (fT4) oder freien T3
(fT3). Stoffwechselaktiv sind nur die freien Hormone. Das bedeutet, dass
sie für die biologische Aktivität im gesamten Stoffwechsel–,
Regulations–, Hormonbildungs–
und dem Abwehrsystem verantwortlich sind. Über den Nachweis der
freien Schilddrüsenhormone kann
der Schilddrüsenstatus und der zelluläre Metabolismus (Gesamtheit
aller biochemischen Vorgänge in einer Zelle) zuverlässig angezeigt
werden.
2. Der hormonelle Regelkreis der
Schilddrüse
ist
ein großer, selbstregulierender Rückkopplungsmechanismus im Körper,
der die Ausschüttung von
Schilddrüsenhormonen kontrolliert. Die Regulation der
Schilddrüsenhormone
erfolgt über die Achse: Hypothalamus
– Hypophyse – Schilddrüse. Diese
Regulation wird durch Wechselwirkung mit der Umwelt (z.B. Wohnort,
Klima, Jahreszeiten),
individuellen Vorraussetzungen (z.B. Geschlecht, Alter) und
verschiedenen biologischen
Faktoren (z.B. Ernährungs– und Gesundheitszustand, Medikamente)
bewirkt, wobei alle Komponenten zusammen einen Regelkreis bilden.
Die übergeordnete „Zentrale"
der Schilddrüse liegt im Hypothalamus, einem Teil des Zwischenhirns, der für die Produktion des
TRH (Thyreotropin Releasing Hormon) verantwortlich
ist. Dem Hypothalamus „untergeordnet" ist die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse),
die im Hinterkopf, in der Sella, dem sogenannten Türkensattel eingebettet
liegt. Sie produziert das Hormon TSH (Thyroidea Stimmulierendes
Hormon). Die wichtigste Aufgabe
des TSH ist die Regulation der Synthese (Aufbau) und Sezernierung (Ausschüttung)
der Hormone T4 und T3. Dies geschieht über das sogenannte negative
Feedback,
das folgendermaßen funktioniert:
|
Bei einem Mangel an
Schilddrüsenhormonen sinkt der Hormonspiegel der
Schilddrüsenhormone T4 und T3 im Blut unter den Normwert. Dies
wird sofort vom Hypothalamus registriert und alles daran gesetzt
den Hormonspiegel wieder auf den Normalwert anzuheben. Dazu wird
vermehrt TRH freigesetzt, welches bewirkt, dass in der Hypophyse
TSH zunehmend an das Blut abgegeben wird. Das TSH erreicht über
den Blutweg die Schilddrüsen und stimuliert, wie sein Name
bereits sagt, die Produktion der Schilddrüsenhormone T4 und T3,
welche nun vermehrt an das Blut abgegeben werden. Somit steigt
der Hormonspiegel im Blut wieder auf einen Normalwert.
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|
Reiz
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|
|
|
|
|
↓
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|
|
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Hypothalamus
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◄───────┐
-
Negatives Feedback
|
|
TRH+
|
↓
|
|
|
Hypophyse
|
◄──────┤
|
|
TSH+
|
↓
|
|
|
|
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|
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Thyroidea
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|
|
|
|
↓
|
|
|
|
|
|
T4
und T3+
|
─►─────┘
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Bei einem Überschuss an T4 und T3
läuft der Prozess gegensätzlich ab. Daraus folgt: Ein hoher T4– und T3 Spiegel im Blut
bewirken eine geringere TRH Ausschüttung im Hypothalamus, die wiederum eine
geringere TSH Ausschüttung in der Hypophyse zur Folge hat. Weniger TSH im Blut führt nun
dazu, dass die Schilddrüsen weniger stimuliert werden und infolgedessen weniger
Schilddrüsenhormone produzieren und die T4– und T3 Spiegel im Blut
sinken.
3. Klinische Zustände der Schilddrüse
Solange der selbstregulierende Rückkopplungsmechanismus funktioniert und
die Basalwerte von T4 und T3 im Normbereich liegen
spricht man von einer Euthyreose oder normalen Schilddrüsenfunktion. Werden jedoch
durch pathologische Zustände entweder zu viel oder zu wenig Schilddrüsenhormone produziert,
so spricht man einerseits von einer Hyperthyreose
oder Schilddrüsenüberfunktion und
anderseits von einer Hypothyreose oder Schilddrüsenunterfunktion.
3.1 Die Euthyreose
bezeichnet die gesunde Funktion der
Schilddrüse.
3.2 Die Hyperthyreose
(Schilddrüsenüberfunktion)
ist eine generalisierte Steigerung des
Stoffwechsels, welche durch eine Überproduktion von
Schilddrüsenhormonen zustande kommt. Die Hyperthyreose ist beim Hund im Gegensatz zur Katze selten. Sie
tritt beim Hund meist im Zusammenhang mit einem Schilddrüsenkarzinom auf. Sie kann aber
ebenso als ein Durchgangsstadium einer beginnenden Unterfunktion beobachtet
werden; allerdings handelt es sich dann mit größter Wahrscheinlichkeit um eine
Autoimmunerkrankung, bei der das eigenen Immunsystem zerstörerisch gegen das körpereigene
Schilddrüsengewebe vor geht.
3.3 Die Hypothyreose
(Schilddrüsenunterfunktion)
Der Schilddrüsenunterfunktion können
unterschiedliche Organerkrankungen im Regelkreis zugrunde liegen. In Abhängigkeit von
diesen unterscheidet man in erworbene,
kongenitale, primäre, sekundäre und tertiäre Hypothyreosen.
3.3.1 Erworbene Hypothyreosen
können durch Jodmangel in der Nahrung
oder durch Viruserkrankungen entstehen.
3.3.2 Kongenitale (angeborene)
Hypothyreosen
werden z.B. durch Jodmangel oder
Enzymdefekte hervorgerufen. Bei schweren Hypothyreosen werden die Welpen tot oder
lebensschwach geboren. Sie weisen Kröpfe und aufgeschwemmte, ödematöse
Haut auf. Die meisten totgeborenen Welpen werden ohne weitere Untersuchungen
beseitigt.
Die lebensfähigeren Welpen können
massive Wachstumsstörungen aufweisen. Besteht die Hypothyreose schon während der
embryonalen Entwicklung (hypothyreote Mutter) führt dies zur Schädigung des
Fötus und somit zum Kretinismus, einer schweren Entwicklungsstörung
des Nervensystems und zu einer "geistigen" Retadierung. Ebenso ist das
Skelettsystem betroffen – z.B. kurzer,
kyphotischer (nach innen gekrümmter) Rücken, gedrungener Hals, dicke, zu
kurze Vorderpfoten, schmächtige Hinterhand.
Als weitere Ursachen werden auch
Fehlbildungen in Hypophyse oder Hypothalamus angenommen, die jedoch beim Hund selten
vorkommen. Bei der kongenitalen Hypothyreose ist eine genetische
Disposition sehr wahrscheinlich.
3.3.3 Die primäre Hypothyreose
Zirka 95 Prozent aller Hypothyreosen sind primär, d.h. die Schilddrüse
selbst ist das erkrankte Organ, das
durch angeborene und/oder ererbte Abnormalitäten wie z. B. Autoimmunerkrankung,
idiopathische Atrophie (das Gewebe schrumpft, ohne dass man
die Gründe kennt), Entzündungen, Traumata oder degenerative bzw.
krebsartige Veränderungen nicht
genügend Hormone bilden kann. Diese hormonelle Fehlfunktion wirkt
sich sowohl auf das Verhalten wie auf das Äußere des Hundes aus. Das Krankheitsbild
entwickelt sich in den meisten Fällen sehr langsam, aber stetig progressiv
weiter. Da die Schilddrüsen über hohe Reservekapazitäten verfügen, werden
die Symptome einer Unterfunktion erst bemerkt, wenn bereits zweidrittel
der Schilddrüsenfunktion
ausgefallen ist. Dieser Degenerationsprozess kann Monate bis Jahre
dauern (Radjai-Ordoubadi,2002).
Selten
entwickeln sich die Symptome vor dem zweiten
Lebensjahr, meist sind Tiere zwischen dem dritten und achten Lebensjahr betroffen.
Durch züchterische Einflüsse erkranken zunehmend auch jüngere Hunde, insgesamt
eher mittelgroße bis große Hunde (Rassen). Insgesamt sind Rüden wie Hündinnen
gleichermaßen betroffen, aber ein leichter Anstieg bei kastrierten Hündinnen
ist zu beobachten. Beim Dokhyi liegt das durchschnittliche Erkrankungsalter
bei zirka drei Jahren. Das würde bedeuten, dass die Hypothyreose beim
Dokhyi eine Erkrankung des juvenilen, ein– bis zweijährigen Hundes ist.
|
•
Autoimmunerkrankung
oder Autoimmun–Thyreoditis:
bedeutet, dass das körpereigene Abwehrsystem das eigene
Schilddrüsengewebe nicht akzeptiert und zerstörerisch angeht.
Im Blut werden Antikörper
gegen Schilddrüsengewebe und
Kolloid (Reservedepot für die Schilddrüsenhormone) gefunden,
die für eine Schrumpfung oder aber auch Vergrößerung des
Gewebes sorgen. Infolge dessen kommt es zu einer chronischen
Entzündung – es werden immer mehr Zellen zerstört, wodurch
immer weniger Schilddrüsenhormone produziert werden können. Am
Ende besteht i.d.R. eine Atrophie (Schwund) und die Aplasie
(Fehlen) der Schilddrüsen. Im Gegensatz zum Menschen ist der
Antikörper–Spiegel im Blut des Hundes nicht so
aussagekräftig weshalb die Diagnose auch schwerer fällt.
Ebenso findet man keine Struma (Kropf) beim Hund. Man geht davon
aus, dass genetische Dispositionen die Krankheit auslösen und
sieht einen Zusammenhang mit anderen, ebenfalls Autoimmun–
Krankheiten wie z.B. Diabetes mellitus und chronischem
Rheumatismus. |
|
•
Idiopatische Atrophie:
bedeutet, dass ein nichtentzündlicher Prozess für den
fortschreitenden Verlust des Schilddrüsengewebes verantwortlich
ist, wodurch es zu einer Schilddrüsenschrumpfung kommt. Die
Ursachen liegen wahrscheinlich auch in genetischen Faktoren. |
3.3.4
Sekundäre Hypothyreose
ist
eine Erkrankung der Hypophyse. Durch eine z.B. angeborene Fehlbildung der
Hypophyse oder tumoröse Prozesse kommt es zu einem Ausfall der TSH Produktion
wodurch wiederum zu wenig T4 gebildet werden kann. Beim Hund kommt diese
Form der Funktionsstörung eher selten vor.
3.3.5 Tertiäre
Hypothyreose
ist
eine krankhafte Störung im Hypothalamus, der durch Ausschüttung von TRH
die Produktion von TSH in der Hypophyse lenkt. Die tertiäre
Hypothyreose ist beim Hund nicht
bekannt bzw. beschrieben worden.
4. Symptome der Hypothyreose
Wie eingangs bereits dargestellt, wirken die Schilddrüsenhormone im
gesamten Stoffwechsel und sind
somit für den Organismus unverzichtbar. Aus diesem Grund können bei
einer Hypothyreose viele Organe
betroffen sein, so dass die klinischen Anzeichen sehr vielgestaltig und
zum Teil auch unspezifisch sind. Das bedeutet, dass eine große Anzahl
an Symptomen gleichzeitig
auftreten oder vorherrschen können, wodurch das Krankheitsbild weniger deutlich
oder sogar irreführend sein kann.
Übersicht der
Symptome, die bei einer Hypothyreose auftreten können:
| 4.1
Verhalten: |
ڤ |
Apathie –
Teilnahmslosigkeit mit „depressivem" Gesichts– und
Augenausdruck – ein junge Hund wirkt plötzlich sehr alt |
|
ڤ |
Lethargie
(Antriebsschwäche) |
|
ڤ |
Trägheit |
|
ڤ |
verminderte
Ausdauer |
|
ڤ |
vermehrtes
Schlafbedürfnis |
|
ڤ |
Reizbarkeit |
|
ڤ |
Aggression – „Dr.
Jeckyll – Mr. Hyde – Syndrom" |
| 4.2
Haut & Haar: |
ڤ |
struppiges,
glanzloses und schütternes Haarkleid frühzeitiges
Ergrauen mit brüchigem Oberhaar, besonders
an Brust, Oberkörper und Flanken |
|
ڤ |
Alopezie –
vermehrter, „mottenfraßähnlicher" Haarausfall |
|
ڤ |
Komedonenbildung
(Schuppung und Verstopfung der Talgdrüsen) |
|
ڤ |
Atrophie
(Gewebeschwund) der Epidermis (Oberhaut) und Verdickung
der Dermis (Lederhaut) |
|
ڤ |
Hyperkeratose
(übermäßige Verdickung der Hornhaut) |
|
ڤ |
Seborrhoe (Fett–
und Schuppenbildung der Haut) |
|
ڤ |
Hyperpigmentierung
(Schwarzhaut) besonders am Nasenrücken,
Rutenansatz, Brust, Flanken und an den Schenkelinnenflächen |
|
ڤ |
sekundäre
Pyodermie (eitrige Pustelbildung) |
|
ڤ |
Myxödem (trockene,
raue, wachsartige, blass–fahle, leicht eindrückbare
Haut im Gesicht und an den Gliedmaßen – meist
kombiniert mit trockenen, brüchigen Nägeln) |
| 4.3
Immunsystem: |
ڤ |
Chronische
Immunschwäche (immer wiederkehrende Infektionen, Demodikose) |
4.4 Herz
&
Kreislaufsystem: |
ڤ |
Bradykardie
(verlangsamte Herzschlagfolge) |
|
ڤ |
EKG–Veränderungen |
|
ڤ |
langsamer Puls |
|
ڤ |
Herzinsuffizienz
(Unvermögen des Herzens bei Belastung oder Ruhe
effizient zu Arbeiten) |
| 4.5 Augen: |
ڤ |
kristalline
Hornhautablagerungen i.d.R. mit dem bloßen Auge sichtbar |
| 4.6
Nervensystem: |
ڤ |
Muskelschwäche |
|
ڤ |
Bewegungsunsicherheit |
|
ڤ |
Schluckbeschwerden
und / oder Kehlkopflähmung |
|
ڤ |
Störung der
Hirnfunktionen |
|
ڤ |
epileptische
Anfälle |
| 4.7
Fruchtbarkeit: |
ڤ |
Libidoverlust |
|
ڤ |
Mangelnde Potenz |
|
ڤ |
schlechte
Samenqualität |
|
ڤ |
Sterilität |
|
ڤ |
Zyklusstörungen
und Zyklen ohne stattfindenden Eisprung |
|
ڤ |
Scheinträchtigkeit |
|
ڤ |
Wehenschwäche |
|
ڤ |
Fehlgeburten |
|
ڤ |
verringerte oder
aufgehobene Fruchtbarkeit (keine oder kleine Würfe
<4 Welpen) |
|
ڤ |
Totgeburten |
|
ڤ |
angeborener oder
erworbener Kretinismus (im Mutterleib erworbener
Schilddrüsenhormonmangel des Fötus durch Schilddrüsenmangel
der Mutter hat Entwicklungsstörungen am Skelett– und
Nervensystem des Neugeborenen
zur Folge) |
| 4.8
Stoffwechsel: |
ڤ |
Hypothermie
(Untertemperatur) |
|
ڤ |
Kälteempfindlichkeit
und vermehrtes Wärmebedürfnis |
|
ڤ |
Fettleibigkeit,
trotz reduzierter Futtergabe |
|
ڤ |
Wassereinlagerungen |
|
ڤ |
erhöhte
Cholesterinwerte (Blutfettwerte) |
|
ڤ |
Anämie (Blutarmut) |
4.9
Weitere
Symptome: |
ڤ |
"Verwesungsgeruch",
der Hund müffelt und sondert einen faulen
Geruch über Körper und Mund aus |
|
ڤ |
Verstopfung |
|
ڤ |
steifer Gang |
|
ڤ |
Zehenschleifen |
|
ڤ |
Gelenkschmerzen
(Wassereinlagerungen) mit Schonung (aktiv und
passiv) |
|
ڤ |
Heiserkeit,
krächzendes Bellen |
Zeigt der Hund mehrere der Symptome,
muss er unbedingt einem Veterinär vorgestellt werden.
Eine gründliche Anamnese und Diagnostik sollten folgen und
baldmöglichst eine Behandlung
eingeleitet werden. Von einer medikamentösen Substitutionstherapie
seines Hundes nach gut Dünken
ohne exakte Ergebnisse ist selbstverständlich abzusehen, da einerseits
eine optimale Dosierung mit L–Tyhroxin nur in Absprache mit dem
behandelnden Veterinär anhand der
Laborwerte erfolgen kann und da es andererseits Krankheiten gibt, die klinische
Anzeichen einer Hypothyreose zeigen, jedoch keine "echten"
Hypothyreosen und unter dem
Begriff NTI (Non–Thyroidal–Ilness) oder ESS (Euthyroid–Sick–Syndrom)
zusammengefasst sind. Ursachen
für NTI oder ESS können unter anderem Erkrankungen der Leber
und Nieren, Fieber, Nahrungskarenz, Medikamente und Diabetes mellitus
sein. Neuere Studien zeigen, dass
der TSH Referenzwert bei NTI = 0,02–1,32ng/ml ist (Radjai-Ordoubadi,2002).
5. Diagnosemöglichkeiten und Auswertungsmethoden
Es stehen verschiedene Methoden und Test zur Verfügung, aber nicht alle
besitzen den gleichen Aussagewert
und bedürfen in den meisten Fällen einer Überprüfung mit Hilfe des TRH–Stimulationstests.
Es sei noch daraufhin gewiesen, dass der T4– oder fT4 Wert des jungen
Hundes höher ist als beim adulten
Tier, infolge der zellulären Metabolismen des Alterungsprozesses (Ferguson,1986).
Ebenso wurde festgestellt,
dass Hunde bis zu vier Monaten einen zwei bis vier
mal höheren T4 Wert als erwachsene Hunde und große Hunderassen einen
niedrigeren T4 Wert als kleine
Hunderassen haben (Hämmerling,1989).
5.1 k–Wert
Berechnung nach Larson (1988)
Seit die Möglichkeit besteht,
das TSH zu bestimmen und den TRH–Stimulationstest durchzuführen,
hat die Bedeutung des k–Wertes abgenommen.
Er ist jedoch immer noch aussagekräftiger als die einmalige
Basalwertbestimmung. Für die k–Wert Berechnung benötigt man
den Cholesterinwert des nüchternen Hundes, da bei einer
Hypothyreose sehr häufig erhöhte Blutfettwerte bestehen. Die
Berechnung erfolgt dann nach der Formel:
k–Wert = 9 x fT4 (ng/dl) –
0,0259 x Cholesterin (mg/dl)
Definition:
| k–Wert |
>
+1 |
=
Euthyreose |
| k–Wert |
- 4
bis +1 |
=
Grenzwertig |
| k–Wert |
< - 4 |
=
Hypothyreose |
Grenzwertige Ergebnisse
sollten mit Hilfe der TSH Bestimmung und dem TRH–Stimmulationstest
abgeklärt werden.
5.2 Basalwertbestimmung von T4
oder fT4
Auch hier wird dem Hund nüchtern Blut entnommen und der T4 oder fT4
Wert bestimmt. Er wird sehr oft
angewendet ist aber auch sehr unzuverlässig und nicht immer
aussagekräftig, da auch nicht thyreoidale Krankheiten und/oder
Medikamente einen temporären
(zeitlichen) Einfluss auf die Schilddrüsenkonzentration haben können.
Auch hier kann der TRH–Stimulationstest hilfreich sein.
5.3 Szintigraphie
Bei dieser nuklearmedizinischen Untersuchung wird dem Körper markiertes
Jod zugeführt, das nach der
Verteilung im Körper registriert wird. Bei einer primären Hypothyreose
werden nur wenige oder keine Nukleide eingebaut und auf dem Bild sieht
es aus, als wären keine Schilddrüsen vorhanden. So kann auch bei Tumorverdacht
dessen Ausdehnung oder Metastasierung (Absiedlung bösartiger Zellen)
erfasst werden.
5.4 Stimulationstest
Die sicherste Methode zur
Bestimmung der primären Hypothyreose ist der TSH–
oder TRH–Stimulationstest, da dieser die Fähigkeit der
Hormonproduktion bzw. Hormonsekretion
endokriner Organe prüfen kann.
Der TSH–Test wird wegen der BSE Problematik (bovines – vom Rind –
Material) so gut wie nicht mehr
durchgeführt. Laut jüngsten Untersuchungen ist die Aussagekraft von
TSH– und TRH–Test nahezu
identisch (Kraft,1995). Die Bestimmung des caninen TSH ist ein
großer Fortschritt in der
Schilddrüsendiagnostik. Leider bleibt der TSH Wert bei 20 Prozent der hypothyreoten
Hunde im Normalbereich (Nachweis durch Stimulationstest), was zur Annahme
führt, dass der TSH–Test nicht alle Formen des TSH erfasst. Ein Makel
mit dem die erstentwickelten human
TSH–Tests auch behaftet waren (Laubeneck,2000).
|
5.4.1 TRH–Stimulationstest
(dreimalig) – Profil 2
(wird immer am nüchternen Hund durchgeführt)
Zur Diagnostik wird der fT4 Spiegel vor und nach der Applikation
von TRH gemessen. Durch die TRH Gabe kommt es beim gesunden Tier
zur Sekretion (Ausscheidung) von TSH in der Hypophyse und
nachfolgend zur Freisetzung von T4 und T3 in der Schilddrüse.
Bei einer primären Hypothyreose können die Schilddrüsen trotz
Stimulation durch TSH nicht genügend Hormone sezernieren was
sich im fT4 Wert der Untersuchung zeigt. Die Arbeiten über den
TRH–Stimulationstest zeigen, dass die Erfassung der Funktionen
der Schilddrüsen nicht immer einfach durchzuführen sind. Erst
die Messungen von verschiedenen Parametern nach der Stimulation
mit TRH erlauben eine umfassende Beurteilung des
Funktionszustandes der Schilddrüsen. |
|
Testverlauf
(dreimalige fT4 Bestimmung):
1.
Blutentnahme = Basalwertbestimmung des freien T4 und TSH
2.
Injektion von 200µg des TRH stimulierenden Präparates
3.
Zweite Blutentnahme: eineinhalb Stunden nach TRH Gabe –
Bestimmung des
fT4– und TSH
Wertes
4.
Dritte Blutentnahme: drei Stunden nach TRH Gabe – wiederum
Bestimmung
des fT4– und
TSH Wertes
Beurteilung
– immer im Bezug zum Basalwert des fT4 und TSH
•
Beim gesunden Hund sind fT4 und TSH im Normbereich d.h. fT4 ist
erhöht
und TSH
erniedrigt.
•
Beim gesunden Hund kann die vermehrte
Ausschüttung von TSH mit TRH
provoziert
werden.
•
Beim gesunden Hund steigt nach zwei bis drei Stunden das TSH um
mindestens
0,7µg/100ml oder um den 1,5fachen Basalwert.
•
Beim hypothyreoten Hund fällt der fT4
Basalwert tief und der TSH Basalwert
hoch
aus.
•
Beim hypothyreoten Hund bleibt das TSH trotz TRH Stimulation auf
einem
mehr oder weniger
gleich hohen Niveau. |
|
5.4.2 TRH
Stimulationstest „light" (zweimalig) – Profil 1
(wird immer am
nüchternen Hund durchgeführt)
Dieses vereinfachte Vorgehen kommt mit zwei Blutentnahmen aus.
Die Behauptung, dass er für die meisten Abklärungen ausreicht,
ist individuell zu überprüfen.
Testverlauf (zweimalige
fT4 Bestimmung):
1.
Blutentnahme = Basalwertbestimmung für fT4 und TSH
2.
Injektion von 200µg des TRH stimulierenden Präparates
3.
Zweite Blutentnahme: drei Stunden nach TRH Gabe – Bestimmung
des fT4– und
TSH
Wertes
Beurteilung – immer im Bezug zum Basalwert des fT4
und TSH
• Beim gesunden Hund sind fT4
und TSH im Normalbereich d.h. fT4 ist erhöht
und
TSH erniedrigt.
•
Beim gesunden Hund kann die vermehrte
Ausschüttung von TSH mit TRH
provoziert
werden.
• Beim gesunden
Hund steigt nach zwei bis drei Stunden das TSH um
mindestens
0,7µg/100ml
oder um den 1,5fachen Basalwert.
•
Beim hypothyreoten Hund fällt der fT4
Basalwert tief und der TSH Basalwert
hoch
aus. |
5.5 Referenzbereiche
Es gibt keine bundesweit einheitlichen Referenzbereiche für T4 oder
fT4, da jedes Labor seine eigene
Labortechnik und die dazugehörigen Auswertungsmodi besitzen. In
Deutschland gibt es mehrere große
Institute, die Blutanalysen durchführen, ohne die veterinärmedizinischen
Praxen und Kliniken, die eigene Analysegeräte besitzen. Bei jeder Auswertung
ist es deshalb sehr wichtig, die Referenzbereiche des Analysegerätes
mitgeteilt zu bekommen. In der
Regel sind diese auf dem Auswertungsbogen, den der Veterinär erhält, mit
abgedruckt. Davon sollte der Besitzer oder die Besitzerin des Hundes
eine Kopie erhalten. Nur im
direkten Vergleich von Analyse und Referenzbereich kann eine
zuverlässige Aussage über die
Hormonproduktion der Schilddrüsen getroffen werden. Eine Ausnahme bildet
der Referenzbereich des TSH, der zwischen 0,3–0,6ng/ml liegt.
Als Beispiel die Laborwerte unserer Hündin,
die im Alter von 3,5 Jahren an
Hypothyreose erkrankte.
1.
Untersuchung am: 24.04.1996
|
1
x Blutentnahme
|
Referenzbereich
(Angaben durch Labor) |
|
a)
fT4 = 14,0 pmol/l (Basalwert)
|
10,3 – 51,5 pmol/l
|
|
Cholesterinwert
= 6,7 mmol/l
|
2,59
– 6,48 nmol/l
|
|
k–Wert
= +3,1
|
>
+1
|
Bewertung:
Verdacht auf Hypothyreose
Dosierung: tgl. 7. Tbl.
à 300µg = 2100µg L–Thyroxin
2. Untersuchung am:
29.05.1996
|
Profil
2: = 3 x Blutentnahme
|
Referenzbereich (Angaben
durch Labor) |
|
a)
fT4 = 18,6 pmol/l (Basalwert)
|
10,3
– 51,5 pmol/l
|
|
b)
fT4 = 18,9 pmol/l
|
|
|
c)
fT4 = 19,3 pmol/l
|
|
|
d)
TSH
|
|
|
Cholesterinwert
|
2,59
– 6,48 nmol/l
|
|
k–Wert
|
>
+1
|
Bewertung:
a) hypothyreot: eindeutig –
bei 3 Proben fT4 < 20 pmol/l
b) fraglich:
bei mindestens 1 Probe zwischen 20 und 25pmol/l
c) euthyreot:
bei mindestens 1 Probe fT4 >25pmol/l
|
1.
Kontrolluntersuchung am: 21.08.1996
|
Referenzbereich
(Angaben durch Labor)
|
|
a)
fT4 = 19,8 pmol/l (Basalwert)
|
10,3
– 51,5 pmol/l
|
|
Dosierung:
tgl. 6 Tbl. à 300µg =
1800µg L–Thyroxin
|
|
letzte
Kontrolluntersuchung am: 05.01.1999
|
Referenzbereich (Angaben
durch Labor)
|
|
a)
fT4 = 32,8 pmol/l (Basalwert)
|
7,7
– 47,6 pmol/l
|
|
Die Dosis von täglich 1800µg L–Thyroxin wurde bis zu ihrem Tod
unverändert beibehalten.
6. Dosierung
Ist durch den Funktionstest eine Hypothyreose festgestellt worden
muss mit einer lebenslangen
oralen Substitution von L–Thyroxin (Levothyroxin–Natrium)
begonnen werden.
Die Halbwertzeit und die Zeit bis zum Erreichen der maximalen
Konzentration des T4 unterliegt starken individuellen Schwankungen.
Aus diesem Grund gibt es eine große Anzahl an
Empfehlungen bezüglich Dosis und Dosisintervall und bedarf eines
sehr erfahrenen Veterinärs. Die Dosierung des Hundes ist etwa fünf
bis achtmal höher als beim Menschen. Das bedeutet, dass die tägliche
Thyroxingabe des Hundes zwischen 20µg bis 30µg/kg KM (Suter,1997)
liegen sollte. Ein zirka 50 kg schwerer Hund benötigt daher am Tag
zwischen 1000µg bis 1500µg des synthetischen Hormons. Die
Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass eine Thyroxingabe von 30µg bis
40µg/kg KM die Rekonvaleszenz beschleunigt und zu besseren
Ergebnissen führt. Auch wenn zu Beginn (d.h. in den ersten Wochen)
der Behandlung noch körpereigenes T4 produziert wird, muss die
volle Menge an L–Thyroxin gegeben werden, da die Schilddrüse sehr
schnell auf die von außen zugeführte Hormonmenge reagiert und ihre
Tätigkeit einstellt. Sehr wichtig ist die langsame Steigerung der
Menge und die Tabletten sollten i.d.R. morgens dem nüchternen Hund
gegeben werden. So kann sich das Hormon nicht an die Nahrung binden
und unwirksam werden. Da der Dokhyi sehr gerne nachts bzw. in den frühen
Morgenstunden frisst, kann die Dosis auch am späten Abend gegeben
werden. Um die optimale Dosierung herauszufinden, ist es
empfehlenswert nach vier bis fünf Wochen und nach vier bis fünf
Monaten den aktuellen TSH Wert und T4 Blutspiegel zu kontrollieren.
Danach kann in regelmäßigen Abständen von ein bis zwei Jahren
eine Therapiekontrolle erfolgen. Bereits
wenige Wochen nach Behandlungsbeginn ist eine positive Veränderung
des Hundes zu sehen. Die meisten Symptome verschwinden sehr schnell
und Appetit und Bewegungsfreude
nehmen ständig zu. Anders ist es mit den Haut– und Haarproblemen.
Anfänglich können sich diese sogar verstärken. Der Haarausfall
nimmt zu und die Haut des Hundes schuppt extrem. Dies ist jedoch ein
gutes Zeichen, denn die Haut erneuert sich und stößt dabei vermehrt
die alten Zellen ab. Haut– und Haarkleid brauchen bis zu sechs
Wochen um sich zu regenerieren und eine Besserung eintritt. Die Anämie
(Blutarmut) und die erhöhten Cholesterinwerte (Blutfette) benötigen
dagegen Monate, bis sie sich normalisiert haben und die Störungen der
Fertilität (Fruchtbarkeit) sind die letzten Symptome, welche sich
bessern. Der Hund dürfte jedoch nach sechs Monaten wieder gesund sein
und seine alte Lebensfreude und Aktivität zurück gewonnen haben. Die
Behandlung des hypothyreoten Hundes ist eine Substitutionstherapie und
sie muss lebenslang und ohne Unterbrechung erfolgen!
7.
Hypothyreose und Wesensveränderungen
Das Gehirn ist die „Steuerzentrale“ des Körpers. Sie kontrolliert
und beeinflusst alle Vorgänge
im Körper. Kommt es nun zu krankhaften Veränderungen der Gehirnfunktionen
(z.B. Infektionen, Borreliose, Epilepsie, Hypothyreose) kann dies zu
einem gereizten oder aggressiven Verhalten des Hundes führen.
Heute weiß man um die Zusammenhänge zwischen Schilddrüsenunterfunktion
und dem aggressiven Verhalten eines Hundes. Typisch für ein durch die
Hypothyreose ausgelöstes aggressives Verhalten ist, dass es meistens
ohne erkennbaren äußeren Auslöser auftritt oder, wenn ein
sogenannter Auslöser da ist, er mit einer für die Situation
unangemessenen Heftigkeit des Hundes beantwortet wird. Man nennt diese
Form des aggressiven Verhaltens „Dr. Jeckyll – Mr. Hyde –
Syndrom”. Das heißt: Von einem zum anderen Moment ist der
Hund hochgradig
aggressiv, dann wird der „Schalter“ umgelegt und der Hund ist
wieder nett und freundlich, so als wäre nichts gewesen (Quandt,o.A.).
Die Stimmungslage der meisten Hunde kommt wieder ins Gleichgewicht und
die aggressiven Ausfälle verschwinden sobald der
Schilddrüsenhormonmangel durch die Substitution mit Thyroxin behoben
ist. So mancher Hund (Dokhyi) könnte noch leben, wenn Besitzer und
Tierärzte besser über diese Zusammenhänge informiert gewesen
wären.
Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion können diese Situationen sehr
gut nachvollziehen, da sie den gleichen, starken Gefühlsschwankungen
ausgesetzt sind und ebenso heftig auf ihre Umwelt reagieren können.
8. Erbliche Dispositionen
Es ist davon auszugehen, dass bei der Entstehung der primären
Hypothyreose genetische Faktoren eine große Rolle spielen. Beim
Menschen gibt es
mittlerweile keinen Zweifel mehr an der
Erblichkeit der
Schilddrüsenunterfunktion.
Die Drüsenfunktionsstörungen unterliegen nicht der Mendelschen
Regel sondern ihre Vererbung ist deutlich komplexer, da
die Merkmale von verschiedenen Genen beeinflusst werden,
weshalb man von einer erbliche Disposition auf polygener Basis spricht
(Binder,2001).
9. Anhang
| mmol = milli-mol
|
= 10-2 |
= Hundertstel mol |
| µg = micro-gramm |
= 10-6 |
=
Millionstel Gramm |
| ng = nano-gramm
|
= 10-9
|
= Milliardstel Gramm
|
| pmol = pico-mol
|
= 10-12
|
=
Billionstel mol
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Danken möchte ich meinem Mann für die
medizinische Beratung und meiner Tierärztin für die Durchsicht des Manuskriptes.
©2002 Ingrid
Brill-Walch
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